Woran erkennt man einen guten Anwalt?

Die Beantwortung dieser Frage hängt von vielen Faktoren ab, angefangen davon, worauf man das „gut“ überhaupt beziehen will – auf die Sicht des Mandanten, auf rein objektive Sicht, einer Mischung aus beiden, auf eine Sofortanalyse des Vorgehens oder einer ex post-Betrachtung…

Grundsätzlich sollte ein Anwalt auf die Belange des Mandanten bestmöglich eingehen, gleichzeitig aber auch Fachkraft und Filter sein. Er sollte vor allem ehrlich zu seinem Mandanten sein und ihm die Risiken verdeutlichen, auch wenn der Mandant das vielleicht nicht (so deutlich) hören will bzw. von seiner Sache absolut überzeugt ist, weil sie ja so glasklar ist und er jetzt (leider) nur noch jemanden braucht, dessen Briefkopf Eindruck macht und der es in „juristische“ Formulierungen packt. Es liegt in der Natur der Sache, dass man auch verlieren kann. Der Anwalt ist dann objektiv gut, wenn er keinen fachlichen Fehler gemacht hat und subjektiv, wenn der Mandant dann trotzdem nicht enttäuscht ist oder sich schlecht beraten fÜhlt. Getrübt würde dies natürlich (auf objektiver Ebene) dann wieder, wenn es dem Anwalt gelänge, seine eigenen Fehler anderen unterzuschieben („Der dumme Richter hat das Problem nicht erkannt.“).

Man (zumindest ich) merkt an meinem Geschwafel, dass eine konkrete Antwort auf die Frage schwer fällt. Unterm Strich ist es wohl das stimmige Gesamtbild, zu dem – man ist ja Dienstleister/“Verkäufer“ – auch gehört, dass man einen Mandanten nicht zwingend in einem teuren Büro an an teuren Möbeln empfangen muss, aber vielleicht auch nicht unbedingt am heimischen Wohnzimmertisch…

Tätigkeitschwerpunkte/ Angabe von Teilbereichen der Berufstätigkeit

Einen Anhaltspunkt, welche Rechtsgebiete der potentielle Anwalt bevorzugt, bieten seine  sogenannten Schwerpunkte. Generell ist eine Spezialisierung von Vorteil, da der Rechtsanwalt in dem betreffenden Rechtsgebiet in der Regel nachhaltig Erfahrungen und Wissen gesammelt hat. Ob man daraus den Umkehrschluss ziehen sollte, dass ein spezialisierter Anwalt in einem anderen Rechtsgebiet nicht so versiert ist, kann man sicher nicht verallgemeinern. Von der Theorie her ist die juristische Ausbildung darauf ausgelegt, dass sich jeder Jurist in jedes Rechtsgebiet einarbeiten kann. Dass hier jeder Anwalt im Laufe seiner Karriere bestimmte Vorlieben entwickelt, ist wohl nachvollziehbar.

Fachanwaltstitel

Immer häufiger hört man den Satz: “Geh doch zum Fachanwalt!” Doch was ist eigentlich ein Fachanwalt? Als angehender Fachanwalt muss man einen theoretischen Fachanwalts-Lehrgang (120 bis 180 Zeitstunden abhängig vom Rechtsgebiet) absolvieren sowie die praktische Erfahrung im betreffenden Rechtsgebiet durch die selbständige Bearbeitung einer bestimmten Anzahl von Fällen innerhalb der letzten drei Jahre nachweisen. Es sind vielzählige Nachweise zur Erlangung des Fachanwaltstitels nötig. Sie können daher sicher sein, dass sich ein Fachanwalt auf seinem ausgewählten Gebiet in besonderem Maße auskennt und hier ein überdurchschnittliches Wissen vorweisen kann. Außerdem muss ein er sich ständig fortbilden.

Die Verleihung des Fachanwaltstitels wird durch die Rechtsanwaltskammer vorgenommen. Fachanwalt kann man aktuell für 20 Fachgebiete werden. Eine Liste der Fachanwälte erhält man bei der jeweiligen Rechtsanwaltskammer. Da werden die Anwälte nach Kategorien  und  Städten sortiert, beispielsweise ” arbeitsrecht münchen rechtsanwalt “.

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Anwalt